VORTEILE DURCH SAP BW/4HANA

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SAP BW/4HANA – Wir schaffen einen Überblick

SAP hat mit SAP BW/4 HANA kein einfaches Releaseupdate von SAP BW 7.5 auf den Markt gebracht. Vielmehr wurde die Chance genutzt viele alte Zöpfe abzuschneiden. Objekte die nicht HANA optimiert sind, gibt es einfach nicht mehr (z.B. Virtual Provider). Wir geben einen Überblick über die Vorteile welche BW/4 HANA nach unserer Einschätzung mitbringt. 

Funktionale Vorteile

SAP BW/4 HANA folgt fünf Designprinzipien anhand derer sich die Mehrwerte sehr gut veranschaulichen lassen. 

1) High Performance

Mit SAP BW/4 HANA werden immer mehr Funktionen aus dem ABAP-Server in die HANA Datenbank verlagert. Dadurch konnte etwa die Query Performance wesentlich gesteigert werden. SAP wird dies künftig weiter forcieren. Es ist zu erwarten, dass dadurch sowohl Stagingprozesse als auch Reportingabfragen noch schneller werden. Im ABAP-Teil verbleiben wird die Modellierung des Data Warehouse. Die „Ausführung“ dagegen zunehmend in HANA.

2) Openess

SAP BW Systeme haben nicht den Ruf besonders offen zu sein ggü. Quellen aber auch im Hinblick auf den Export von Daten aus dem SAP BW heraus (sofern keine OpenHub Lizenz vorhanden war). SAP BW/4 HANA hat genau diesen Anspruch an sich gestellt.

Im Hinblick auf die Datenintegration verlässt sich BW/4 HANA neben ODP voll auf die Möglichkeiten von SAP HANA bei der Datenintegration. Im Standard bereits nutzbar ist Smart Data Access (SDA) für Datenbankverbindungen die auch virtuell erfolgen können. Eine Konsolidierung der Quellsystemtypen wurde durchgeführt. Auf den ersten Blick ebenfalls eine Vereinfachung, wird die Komplexität einer Quellsystemanbindung aber unserer Einschätzung nach nicht wesentlich verringert. Dies liegt auch in der Natur der Sache, weil die Umwelt von Data Warehouse Systemen komplexer wird. Insofern ist entscheidender, dass ein BW/4 HANA System mehr Fähigkeiten hat unterschiedliche Systeme zu integrieren.  Durch die Enge Integration mit Smart Data Integration (SDI) können etwa komplett neue Szenarien realisiert werden. Dies gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass eine Datenintegration ebenfalls über die SAP Cloud Platform (Integrator), Data Hub und Data Services möglich ist. Lassen es die Lizenzen zu, existieren sehr viele Wege Daten in ein SAP BW zu bekommen. Perspektivisch werden zudem noch eigene Quellsystemtypen für die SAP Cloud Solutions hinzukommen.

Für die Bereitstellung von Daten an andere Applikationen ist keine extra OpenHub Lizenz mehr erforderlich. Dies macht es einfacher Daten aus dem BW zu exportieren. In der Vergangenheit waren BW-Kunden häufig an SAP BI-Tools gebunden. Die Integration mit nonSAP Werkzeugen war nicht gut und mit vielen Einschränkungen verbunden (Stichwort: MDX). Mit einem BW System auf HANA können Daten alternativ als SQL Zugriff über einen HANA Calculation View bereitgestellt werden. Technisch können dadurch die meisten BI-Tools arbeiten zumal der Zugriff über HANA sehr schnell ist. Über den gleichen Weg können auch andere HANA Systeme sehr gut auf Daten des SAP BW zugreifen.

Insgesamt verhält sich ein BW/4 HANA damit um einiges integrativer als bisher.

3) Simplicity: Modellierung

Wie schon an vielen Stellen berichtet ist die Modellierung mit BW/4 HANA vereinfacht worden. Die Anzahl der Entwicklungsobjekte ist von 10 auf lediglich vier reduziert worden. Bedenken sollte man jedoch, dass ein advanced DataStoreObjekt (aDSO) viele Einstellungen besitzt (z.B. Standard DSO, Cube, etc.). Dies relativiert die Reduktion der Objekte etwas wenngleich die Modellierung ungeachtet dessen tatsächlich einfacher geworden ist.

Als viel größere Vorteile empfinden wir zwei andere Aspekte:

Die optionale feldbasierte Modellierung ermöglicht endlich(!) eine schnellere und bedarfsgerechte Entwicklung, weil die Semantik (InfoObjekte) nicht mehr Top-Down vorher definiert werden muss. Die Eingangs-aDSO können generiert werden, so dass ein erstes Reporting in wenigen Minuten/Stunden möglich wird. Hat man früher hunderte oder tausende InfoObjekte anlegen müssen, auch für einfache Informationsfelder, kann dies ab sofort auf Fälle beschränkt werden wo es sinnvoll ist. Dies beschleunigt Entwicklungsprozesse erheblich.

Ebenfalls eine große Änderung ggü. klassischen BW Systemen ist das dynamic Star Schema. Bisher mussten InfoObjekte physisch im InfoProvider vorliegen um Navigationsattribute etc. nutzen zu können. Die Semantik wurde mittlerweile von der Persistenz gelöst. Der Composite Provider assoziiert Felder oder InfoObjekte in InfoProvidern mit persistenten (InfoObjekt) oder virtuell modellierten (openODS View) Stammdaten. Auch weil ein Feld mit mehr als einem Stammdatenobjekt assoziiert werden kann, erhöht dies maßgeblich die Flexibilität in der Entwicklung von Datenmodellen. 

4) Modern Interface

Mit BW/4 HANA wird die Entwicklung unter BW 7.5 fortgeführt. Die Modellierung des Data Warehouse findet immer stärker in Eclipse statt. Ob man dies als Vorteil empfindet, hängt stark von dem persönlichen Empfinden ab. Für erfahrene SAP BW Entwickler ist es in jedem Fall erstmal eine Umstellung. Ein höherer Vorteil liegt unseres Erachtens in dem BW/4 HANA Cockpit, weil es in einer leicht verständlichen web basierten Oberfläche alle Funktionen für die Administration & das Monitoring des BW Systems bündelt. Die Entwicklungsumgebung muss nur bei Bedarf geöffnet werden. 

Bei einer BW/4 Einführung zu bedenken ist, dass BEx nicht mehr unterstützt wird. Damit besteht die Notwendigkeit ein separates BI-Tool zu erwerben. 

5) Conversion

„Hier ist für jeden etwas dabei“ – Bei allen Änderungen durch BW/4 bemüht sich SAP sehr, dass bestehende BW Systeme migriert werden können. Mit drei Migrationsoptionen für Bestandskunden, bietet SAP viele Wege hierfür an und hat in den letzten Jahren viel investiert. Bisherige Investitionen in BW Systeme können dadurch bewahrt werden. 

Strategische Aspekte

Neben den funktionalen Aspekten möchten wir ebenfalls Überlegungen aus strategischer Perspektive formulieren. 

Zunächst das Offensichtliche: Die SAP Produktstrategie. Der Support für das BW 7.5. wird 2025 enden. Spätestens dann ergibt sich der Zwang zur Umstellung. Je nach Migrationsansatz kann die Umstellung nicht erst ein Jahr vorher starten. Bis dahin werden die Mehrwerte von BW/4 HANA ggü. einem BW 7.5 immer deutlicher werden. Wesentliche Weiterentwicklungen wird es schon jetzt nur noch für BW/4 HANA geben. SAP wird nichts mehr in die Weiterentwicklung von NetWeaver BW Systemen investieren. Funktional wird BW/4 damit immer überlegender werden. 

Wir sehen BW/4 HANA Einführungen nicht primär unter funktionalen Aspekten. Vielmehr bietet die Einführung die Chance einer Neuausrichtung der analytischen Systeme. Das SAP Business Warehouse (BW) ist seit nunmehr über 15 Jahren am Markt und hat es seit den Anfängen zu einer sehr breiten Kundenbasis von mehr als 15.000 geschafft. Es hat sich etabliert durch seine tiefe Integration mit SAP ERP Systemen. Über die Jahre sind große monolithische Systeme gewachsen für Reporting und Analyse in die viel Geld investiert worden ist. Wir merken aber in unseren Gesprächen mit Kunden, dass die langjährig betriebenen SAP BW Systeme heute i.d.R. nicht mehr alle Anforderungen erfüllen. Häufig haben diese Systeme mit langen Entwicklungszeiten und wenig Flexibilität zu kämpfen. Agile Methoden werden dadurch erheblich erschwert. Auf neue Anforderungen im Bereich Advanced Analytics & Big Data sind gewachsene Systeme i.d.R. nicht vorbereitet. Zudem wird SAP S/4 HANA nach und nach bestehende klassische SAP ERP Systeme ersetzen. Kurz: Data Warehouse Systeme befinden sich im Umbruch.

In diesen Zeiten des Umbruchs, sehen wir eine BW/4 HANA Migration als Chance bestehende Probleme zu überwinden und das System auf die kommenden Anforderungen vorzubereiten. Wesentlich Erfolgsfaktor ist die richtige Architektur & Entwicklungsmethodik. Eine moderne BW Architektur muss einfach, agil, offen und flexibel sein. Wir sehen diese Aspekte als notwendige Designprinzipien für Data Warehouse Architekturen. Möglichst bedarfsgerecht sollte zudem die Methodik sein mit der eine BW/4 Architektur umgesetzt wird. Nach unserer Erfahrung eignen sich gut agile Prinzipien für die Implementierung. Kunden erhalten schneller nutzbare Features, die Zufriedenheit kann erhöht werden. Mit BW/4 HANA sind diese Ideen & Grundsätze nun umsetzbar.

SAP_Kamp

KONTAKT

Christopher Kampmann
Senior Manager
SAP Information Management

christopher.kampmann@isr.de
+49 151 422 05 411

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