IHRE ROAD 2 SAP BW/4HANA

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„Viele Wege führen nach Rom“. Diesem Leitsatz folgend gibt es viele Wege, welche zu einem
SAP BW / 4HANA System führen.

Für die Festlegung der eigenen Road-2-BW/4 HANA müssen sowohl die eigene Ausgangssituation berücksichtigt werden als auch die Ziele, welche mit der Einführung von BW/4 HANA verfolgt werden. In diesem Zusammenhang ist zudem die Unternehmensstrategie bzw. IT-Strategie maßgeblich. Mit diesem Beitrag möchten wir Klarheit darüber schaffen, welche Wege zu einem SAP BW/4 HANA führen, erste Empfehlungen geben und ein Vorgehen aufzeigen welches Sie dabei unterstützen kann Ihre Road2BW/4HANA zu finden. 

Eine ganzheitliche Betrachtung ist notwendig

Zunächst muss man verstehen, dass es sich bei SAP BW/4 HANA nicht einfach um das nächste Release von SAP BW 7.5 handelt. Mit der Einführung müssen in jedem Fall größere Datenmodell- und Strukturänderungen durchgeführt werden. Die Anzahl der BW Objekte wurde von 10 auf 4 Objekte reduziert. Die „alten“ Objekte werden nicht mehr unterstützt und müssen migriert werden. 3.x Datenflüsse arbeiten entsprechend ebenfalls nicht mehr und müssen teilweise manuell nachgebaut werden. Nicht zu vernachlässigen ist zudem, dass die zeilenweise Verarbeitung in ABAP Routinen nicht optimal ist für spaltenorientierte SAP HANA Datenbank ist. Die Implementierung von Logiken über Code muss anders gedacht und implementiert werden (HANA SQL). Eine zeilenweise Verarbeitung in ABAP kann nur begrenzt beschleunigt werden, weil die Art der Programmierung nicht mehr optimal mit der Datenbank harmoniert. 

Schließlich müssen Abhängigkeiten beachtet werden. Die BEx Suite, welche viele unserer Kunden einsetzen, wird nicht mehr unterstützt. Zwar geht die BEx Query in der neuen BW Query auf, einen Nachfolger für den Analyzer oder Web Application Designer inkl. Support für die Migration gibt es aber nicht. Es muss also ein neues BI-Tool beschafft werden. Ebenfalls nicht mehr enthalten ist die Integrierte Planung. Soll die Planung weiterhin laufen, muss eine Migration nach BPC 11 erfolgen. 

An dieser Stelle gilt was immer gilt. Sprechen Sie mit Ihrem Account Executive. Grundsätzlich ist es aber so, dass die Lizenzen für SAP BW/4 HANA und BPC 11 neu erworben werden müssen. 

Die Ausführungen zeigen, dass eine Migration immer ganzheitlich unter Berücksichtigung aller Abhängigkeiten betrachtet werden sollte. 

Wege, die zu einem SAP BW/4HANA führen

Für die Einführung eines SAP BW/4 HANA gibt es mittlerweile eine Menge Möglichkeiten, welche von SAP angeboten werden. Dabei gibt es je nach Ausgangssituation zwei grundsätzliche Ausrichtungen: Neuinstallation (= Greenfield) oder Migration.

Das nachfolgende Schaubild gibt einen guten Überblick zu den jeweiligen Varianten:

Road to BW/4HANA

Der Greenfield Ansatz ermöglicht naturgemäß hohe Freiheitsgrade bei dem Aufbau einer optimalen Architektur des Data Warehouse sowie Entwicklungsmethodik. Bspw. erlaubt der Ansatz von Beginn an den bedarfsgerechten Einsatz von InfoObjekten bzw. einer feldbasierten Modellierung. Sollte es schon ein bestehendes SAP BW System geben, ist es möglich ausgewählte SAP BW/4 HANA kompatible Objekte durch Transporte zu übernehmen. Kunden gewinnen die Chance aus der Vergangenheit zu lernen und das Data Warehouse noch mal neu zu denken – etwa durch die Virtualisierung großer Teile des Data Warehouses. Auf der anderen Seite werden bestehende Investitionen in bisherige Systeme weitgehend verworfen und es entsteht Aufwand durch den Parallel-Betrieb der alten und neuen Lösung. In den überwiegenden Fällen wird dieser Ansatz zu dem höchsten Aufwand führen.

Für die Migration gibt es drei unterschiedliche Ansätze mit denen viele Kundensituationen bedient werden können.

In-Place-Conversion
  • Migration auf SAP BW 7.5 und Installation BW/4 HANA Starter Add-On
  • Sukzessive Migration bestehender Datenmodelle auf BW/4 HANA kompatible Objekte
  • System Conversion auf SAP BW/4 HANA
  • SAP BW 7.5 SP5 powered by HANA

  Remote Conversion
  • SAP BW/4 HANA wird neu installiert und bis zur Ablösung parallel zu altem System betrieben
  • Selektive Übernahme & Migration von Datenmodellen inkl. Daten (u.a Request) in neues System
  • SAP BW 7.3 (in Any DB)

Shell Conversion
  • SAP BW/4 HANA wird neue installiert und, bis zur Ablösung, parallel zu altem System betrieben
  • Selektive Übernahme & Migration von Datenmodellen in neues System (ohne Daten)
  • Mind. SAP BW 7.0 (on Any DB)

Mit der In-Place Conversion wird ein bestehendes System migriert. Dies bedeutet, dass alle Objekte und Codings SAP BW/4 HANA „ready“ sein müssen bevor das eigentliche SAP BW/4 HANA „Update“ des bestehenden Systems erfolgen kann. Entsprechende umfangreiche Vorarbeiten sind notwendig und werden durch diverse SAP Tools unterstützt. Die Vorteile von SAP BW/4 HANA können erst relativ spät genutzt werden, weil das komplette SAP BW System zuvor auf Objektebene migriert werden musste bevor das eigentliche Update auf SAP BW/4 HANA erfolgen kann. Eine Überarbeitung der Architektur in Richtung LSA++ ist mit vielen manuellen Nacharbeiten verbunden und nicht Teil einer technischen Migration. Aus unserer Sicht eignet sich das Vorgehen, wenn es primär darum geht ein bestehendes System technisch auf SAP BW/4 HANA zu bringen und die Zufriedenheit mit der bestehenden Lösung sehr hoch ist. 

Die Remote und Shell Conversion verfolgen einen anderen Ansatz. Hierbei wird ein neues SAP BW/4 HANA System aufgebaut. Die bisherigen Entwicklungen können selektiv oder auch komplett übernommen werden. Während dieser Übernahme wird die notwendige Migration von Objekten durchgeführt. Bei der Remote Conversion werden, im Unterschied zur Shell Conversion, zudem sämtliche Daten (inkl. Requests) aus dem Altsystem ebenfalls migriert. Die Vorteile von SAP BW/4 HANA können unmittelbar genutzt werden. Neue Applikationen können direkt auf der neuen Umgebung umgesetzt werden. Durch den phasenweisen Parallelbetrieb des alten und neuen Systems werden Risiken minimiert. Es können dadurch jedoch ebenfalls Aufwände entstehen. Weil man Data Flows selektiert für die Migration besteht zudem die Gefahr unnötige Objekte auf das Ziel-System zu bringen was zu nachträglichen Bereinigungen führt. Aus unserer Sicht hat man aber einen guten Trade-Off zwischen den Chancen eines Greenfield Ansatzes und der Sicherung bestehender Investitionen. Daher spricht SAP in diesen Fällen auch häufig von Brownfield bzw. Accelerated Greenfield.

Mit der Landscape Transformation können mehrere SAP BW Systeme im Zuge der Migration konsolidiert werden in ein zentrales SAP BW System. Hierbei werden die Ansätze der In-Place und Remote Conversion kombiniert eingesetzt. 

Die detaillierten Vorgehensmodelle der Migrationsansätze sind in mehreren SAP Blogs sehr gut dokumentiert und geben eine gute Hilfestellung bei der Durchführung. Aus diesem Grund wird in diesem Beitrag nicht näher darauf eingegangen. Wir wollen mit unserem Beitrag auf die Herangehensweise zur Festlegung der eigenen SAP BW/4 HANA Strategie fokussieren.

Gibt es Generell Empfehlungen?

SAP hat generische Empfehlung formuliert für die Auswahl des eigenen Wegs zur Einführung von SAP BW/4 HANA in Abhängigkeit von der aktuellen Data Warehouse Lösung (s. Abbildung). Diese Empfehlungen können als grober Hinweis verstanden werden welche Szenarien sinnvoll sein könnten und was bspw. aufgrund bestimmter Releasestände ausgeschlossen werden kann. 

Road to BW/4HANA
  • Drei Häkchen: Highly recommended path
  • Zwei Häkchen: Recommended path
  • Ein Häkchen: Possible alternative path
  • Kreuz: Not supported

Nach unserer Einschätzung kann es aber keine pauschale Empfehlung geben, die auf jede Kundensituation passt. Es gibt aber wesentliche Einflussfaktoren für die Definition der eigenen Road2BW/4 HANA.

Road to BW/4HANA
  1. Aufwand zur Durchführung der technischen Migration Mit Hilfe der SAP Readiness Checks lässt sich analysieren wie viele Objekte angepasst werden müssen, wenn ein bestehendes System migriert werden soll. Dabei wird untersucht welche Objekte nicht BW- „ready“ sind und warum. Viele Objekte können automatisch migriert werden. Bei einigen anderen (z.B. 3.x Datenflüsse) ist dies hingegen nicht möglich. Hier sind manuelle Nacharbeiten erforderlich. Mit Hilfe der SAP Programme kann man gut eine Worklist erstellen und anhand dessen abschätzen wie viel Aufwand für eine Migration anfallen würde.

  2. Ausgangssituation Wenn bisher kein SAP BW System vorhanden ist, aber bereits eine Entscheidung für das SAP BW/4 HANA gefallen ist, dann ist der Weg ab hier schon definiert. Wir reden über einen Greenfield Approach. In vielen Fällen wird die Ausgangsbasis jedoch ein bestehendes SAP BW System sein in das über viele Jahre Investitionen geflossen sind. Wir empfehlen sich zunächst Transparenz zu den Problembereichen und möglichen Handlungsfeldern des bestehenden Systems zu schaffen. Es sollten infrastrukturelle Gesichtspunkte (z.B. Releasestand) aber auch inhaltliche Aspekte der konkreten Lösung untersucht werden. Ergeben sich grundlegende Probleme in dem Data Warehouse macht eine In-Place Migration keinen Sinn. Ein einfacher Technologiewechsel würde in diesen Fällen wenig an den Problemen ändern. Wird festgestellt, dass die Zufriedenheit mit dem SAP BW System sehr hoch ist und Probleme primär im Bereich Performance liegen, kann die In-Place genau das richtige Vorgehen sein. Zu berücksichtigen ist auch, ob SAP Planungslösungen wie BPC oder BW-IP im Einsatz sind. Beide Lösungen müssen ebenfalls nach SAP BPC 11 migriert werden.

  3. Zielbild für das Data Warehouse Mit der Überlegung zur Einführung eines SAP BW/4 HANA Data Warehouse werden bestimmte Ziele verfolgt. Die Ziele sollten transparent und klar formuliert sein. Wichtig ist es hierbei auch die langfristige Ausrichtung des Data Warehouses bzw. des Data Managements im Unternehmen zu betrachten damit auch künftige Anforderungen berücksichtigt werden. Hierbei ergeben sich viele Fragestellungen, die betrachtet werden sollten: Sollen Data Science Lösungen integriert werden? Soll das Data Warehouse künftig nach agilen Methoden weiterentwickelt werden? Ist ein Realtime-DWH erforderlich? Werden non SAP BI-Tools verwendet? Gibt es Big Data Szenarien? Steht eine S/4 HANA Einführung bevor? usw. Alle diese Aspekte haben Einfluss auf das Zielbild und die künftige Rolle eines Data Warehouses in Unternehmen. Aus den Erkenntnissen lassen sich Anforderungen formulieren für das künftige Data Warehouse und erlauben Rückschlüsse, ob und welche Art der Migration in Frage kommt.

Erst durch den Abgleich aus der Ausgangssituation und den Zielen des Data Warehouses ergibt sich ein „Delta“, welches zu überbrücken ist. Hier kann angesetzt werden in den Überlegungen welcher Weg der Beste ist, um diese Lücke zu schließen. Die Bewertung kann nur individuell durchgeführt werden.

Unser Vorgehen für Ihre Road 2 BW/4HANA

Auf Grundlage unserer Erfahrung haben wir ein Vorgehen entwickelt, um eine Road2BW/4 HANA ermitteln zu können. 

Road to BW/4HANA
Road to BW/4HANA

In einem ersten Schritt wird ein 1-2 tägiger gemeinsamer Workshop durchgeführt als Vorbereitung für alle weiteren Schritte. Betrachtet werden Ihre Situation und die Veränderungen durch SAP BW/4 HANA (Technisch, Methodisch, Architektur). Zudem werden gemeinsam die nächsten Schritte und Rahmenbedingungen geplant. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen zu den Auswirkungen von SAP BW/4 HANA und die Planung der nächsten Schritte. Weitere Details zum Workshop finden Sie hier.

Hilfreich ist eine Untersuchung des BI-Ecosystems im Hinblick auf den anvisierten Soll-Zustand bzw. die Ziele von BI sowie, im Abgleich damit, eine transparente Erfassung des Ist-Zustands. Wenn diese Untersuchung strukturiert mit den richtigen Stakeholdern durchführt wird, ist das Ergebnis ein abgestimmtes Zielsystem für das „neue“ SAP HANA basierte System. Durch Abgleich mit dem Ist-Zustand können Handlungsempfehlungen abgeleitet und Priorisierung durchgeführt werden. Zur Durchführung dieser Untersuchung haben wir mit der BI-Reifegradmessung eine eigene Methodik entwickelt. Hierbei werden BI-Systeme im Rahmen strukturierter Interviews aus Sicht von bis zu sechs Fokusbereichen (Architektur, Organisation, Kennzahlen & Prozesse, Nutzer, Application Management und Daten) analysiert. Der Umfang der Reifegradmessung kann bei der Vorbereitung gemeinsam festgelegt werden und ist modular gestaltbar – ein Quick-Check des Fokusbereichs Architektur kann bspw. bereits innerhalb von wenigen Tagen erfolgen. 

Im Rahmen der Reifegradmessung werden ebenfalls strategische Vorgaben ermittelt, welche sich aus der IT-Strategie ergeben. Anhand dessen können Erkenntnisse zu der strategischen Ausrichtung des Unternehmens und zu dem Einfluss auf das künftige Data Warehouse (3-5 Jahre) gewonnen werden. Ist bspw. eine Initiative für agile Arbeitsweisen geplant oder die breite Einführung von IoT Devices & Big Data in der Produktion, hat dies Einfluss auf die Anforderungen an ein Data Warehouse.

Road to BW/4HANA

Mit Hilfe der gesammelten Erkenntnisse ist es möglich eine Empfehlung für die Ziel-Architektur zu geben. Zudem werden Wege der Migration im Hinblick auf den Aufwand und Nutzen aufgezeigt und bewertet. Auf dieser Grundlage ist eine fundierte Entscheidung zur Festlegung der Ziel-Architektur und des Migrationsansatzes möglich. Zu diesem Zeitpunkt liegen sehr viele Erkenntnisse und Entscheidungen vor. Bei der Erstellung der Road-2-BW/4 HANA geht es nun darum einen detaillierten Plan für die Durchführung der Migration als vorbereitende Projektplanung auszuarbeiten. Hierbei fließen auch die Ergebnisse des SAP Readiness Checks sowie Vorgehensmodelle der Migration (siehe Beispiel Shell Conversion) ein. Diese werden aber im Hinblick auf Ihren konkreten Fall angepasst bzw. detailliert ausgeplant.

Als Ergebnis erhalten Sie eine abgestimmte und belastbare Road-2-BW/4 HANA für die Durchführung Ihres Projekts (Abb.: Beispiel Shell Conversion). 

Road to BW/4HANA
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KONTAKT

Christopher Kampmann
Senior Manager
SAP Information Management

christopher.kampmann@isr.de
+49 151 422 05 411

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