SAP BUSINESS OBJECTS – QUO VADIS?

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Was bedeutet die neue SAP Analytics Cloud für Business Objects in Ihrem Unternehmen? 

Seit vergangenem Jahr fokussiert SAP nahezu seine ganzen Investitionen im Bereich Analytics in die SAP Analytics Cloud (SAC). Strategisch ist die SAP Analytics Cloud gesetzt. Was bedeutet dies Unternehmen die Business Objects einsetzen? Wir geben Ihnen Antworten!

Business Objects ist ausgereift

Zunächst muss man festhalten, dass Business Objects (BO) in den letzten 10 Jahren erfolgreich in das SAP-Universum integriert worden ist. Spätestens mit den Lösungen SAP Lumira (Designer) und Analysis Office (AO) wurden ausgereifte Lösungen für die Erstellung von Dashboards / Applikationen bzw. Excel Reporting geschaffen. Aus Sicht von Nutzern der Business Explorer Suite wurden erst mit Lumira und AO würdige Nachfolger für den BEx Web Application Designer und Analyzer geschaffen. Kunden erhalten eine ausgereifte Suite die funktioniert. Kunden haben viel Geld investiert in Ihre BO-Umgebungen und können diese auch langfristig weiterhin nutzen. Funktional spricht aktuell auch noch einiges für BO, wenn BI-Applikationen wichtig sind. Lumira Designer ist ein mächtiges Werkzeug und etwa der SAC (noch) überlegen. Da die Wartung (BO 4.3) noch ca. 9 Jahre garantiert wird, besteht auch an dieser Stelle kein Handlungsdruck. Sind Kunden mit Ihrem BO System zufrieden, ist also alles wunderbar. 

Auf der anderen Seite sollte man sich keinen Illusionen hingeben: Langfristig ist Business Objects nicht mehr gesetzt von SAP. Weiterentwicklungen werden vergleichsweise klein ausfallen. Hohe Investitionen fließen dagegen in neue Features in der SAC. Irgendwann wird einen einholen. 

Business Objects unter Druck – warum SAP die SAC entwickelt hat

Historisch betrachtet waren SAP Analytics Lösungen nie die besten Lösungen für die Visualisierung von Daten, konnten jedoch mit einer tiefen Integration in SAP Software punkten. 3rd Party BI Lösungen konnten nicht ernsthaft verwendet werden auf einem SAP BW. SAP HANA basierte Systeme überwinden diese Einschränkung. Dies öffnet die Architekturen für 3rd Party Tools und erhöht gleichzeitig den Druck auf das SAP Analytics Portfolio. Den früheren Automatismus bei der Wahl der BI Lösungen gibt es nicht mehr. BO muss sich mit anderen BI Plattformen messen lassen und wird unter Druck geraten. Funktional fehlt im BO Portfolio darüber hinaus ein ausgereiftes Werkzeug für Self Service BI. Ein Bedarf der immer stärker wird. SAP hat mit BO nie eine zufriedenstellende Antwort darauf gefunden. Lumira Discovery war nie ausgereift. Web Intelligence ist nur ein Kompromiss. Der Markt wird von Platzhirschen wie Tableau, Qlik & Power BI dominiert. Um den wachsenden Bedarf zu bedienen und um mit den Marktleadern gleichzuziehen, hätte SAP eine neue Self-Service Lösung innerhalb des BO Ecosystems entwickeln müssen. Dies hätte viel Aufwand und Zeit benötigt. 

Wenn man es nüchtern betrachtet, passt BO aber nicht (mehr) zur SAP Produktstrategie. Diese Strategie ist Cloud-First. Neue Produkte werden nicht mehr (nur) für onPremise Umgebungen entwickelt sondern häufig direkt und nur als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten. Etwa die neue Data Warehouse Cloud folgt genau diesem Weg. Business Objects wäre nicht ohne Weiteres transformierbar. Einfaches Beispiel: Für die Entwicklung werden lokale Tools eingesetzt (ausg. WebIntelligence). Eine browserbasierte Entwicklungsumgebung hätte aufgebaut werden müssen. Ein einfacher Weg wäre dies nicht geworden. Einen weiteren zentralen Kern der Strategie bildet SAP HANA. Nahezu alle SAP Produkte bauen auf SAP HANA auf. HANA ist (auch) eine schnelle Datenbank. Viel entscheidender ist aber, dass es eine Plattform ist, welche Services beinhaltet. Dies geht von Big Data Integration, Text Analytics und Predictive bis hin zu einem integrierten Application Server XSa. Die Services können SAP Lösungsübergreifend eingesetzt werden und müssen nicht speziell für eine Software entwickelt werden. Business Objects baut nicht auf dieser Plattform auf. Die Analytics Cloud greift auf diese Services zu in Ihren Smart Assist Funktionen (z.B. Smart Predict). Für BO hätte etwas Eigenes entwickelt werden müssen um etwas vergleichbares zu entwickeln. 

Nach unserer Einschätzung hat sich SAP daher entschieden mit der Analytics Cloud lieber konsequent eine komplett neue Lösung zu entwickeln, um es mit anderen führenden BI Lösungen aufzunehmen. SAP hat mit seiner wechselhaften Analytics Strategie viel Vertrauen verspielt. Die Frage, ob die Analytics Cloud auch langfristig gesetzt ist oder das Schicksal von Lumira 2.0 teilen wird, ist durchaus berechtigt. Aus unserer Sicht spricht aber vieles dafür, dass die Analytics Cloud auch langfristig Bestand haben wird:

  • Das Fundament: SAP HANA
    Die SAP Analytics Cloud basiert auf SAP HANA und passt daher in die Ausrichtung der SAP. Services der HANA Plattform lassen sich leichter integrieren.
  • Die Umgebung: SAP Cloud Plattform (SCP)
    Als Umgebung wird die SAP SCP verwendet. Neue Produkte von SAP werden immer häufige als SCP Services angeboten (u.a. auch Data Intelligence und DataWarehouse Cloud). Die SAC läuft innerhalb der SCP und passt zu dieser Ausrichtung. Die SAC ist zudem von Anfang an als reine Cloudlösung entwickelt worden. Kompromisse einer weiterentwickelten onPremise Lösung mussten nicht eingegangen werden.
  • Die Integration
    SAP platziert die SAC nicht als Verlängerung eines SAP Data Warehouse, sondern als eigenständige Analytics Plattform. Dazu passt, dass die SAC eine Vielzahl an Integrationsmöglichkeiten mitbringt. Neben der Integration von SAP und nonSAP Systemen (z.B. Goolge Query) in die SAC, können in der SAC entwickelte Predictive Modelle in S/4 HANA deployed und in operativen Prozessen genutzt werden. Zudem lassen sich Plandaten einfach zurückspielen.
  • Das Investment
    Es arbeiten rund 1.500 Entwickler an der SAC. Dies ist eine respektable Menge an Personen und Aufwand den SAP investiert, um die SAC weiterzuentwickeln. Dadurch hat sich die SAC in den letzten zwei Jahren erheblich weiterentwickeln können.
  • Die Qualität
    Die Marktresonanz zur Analytics Cloud ist bisher sehr gut. Auch große Firmen wie Siemens entscheiden sich für die SAC. Bei BARC und Gartner schneidet die SAC gut ab. Ein für SAP ungewöhnliche Situation, war BO doch immer weit abgeschlagen.

Festzuhalten ist jedoch auch, dass die Analytics Cloud mehr ist als eine neue BI Lösung. SAP positioniert die SAC als Plattform für BI, Planung und Predictive (für Citizen Data Scientists). Perspektivisch können deutlich mehr Use Cases abgedeckt werden als mit BO. 

Was sollten Kunden machen?

Für Bestandskunden die zufrieden sind mit Business Objects sind, besteht kein akuter Handlungsdruck. Der Eindruck, dass Firmen schnell handeln müssten ist falsch. Die BO Suite ist ein ausgereiftes Produktportfolio. Lumira Designer ist insb. für BI Applikationen ein sehr mächtiges Werkzeug. BO kann daher auch weiterhin genutzt werden. Dies sichert vergangene Investitionen in Infrastruktur, Lizenzen, die Berichte und das aufgebaute Know-how. Handlungsdruck besteht insb. dann nicht, wenn einem der Leistungsumfang von BO ausreicht und die Zufriedenheit hoch ist. SAP betreut BO 4.3 Kunden noch bis 2028 also 9 Jahre. Es bleibt also noch viel Zeit. Richtig ist aber auch, sich strategisch mit dem Thema näher zu befassen, um nicht erst bis 2027 mit einer Umstellung zu warten. SAP investiert viel Geld in die Ermöglichung hybrider Architekturen (BO + SAC) und unterstützt die Umstellung durch Ihre Lizenzpolitik. Bei genauerer Betrachtung kann es Sinn machen Use Case abhängig einen schleichenden Wechsel in Richtung Analytics Cloud durchzuführen und BO „auslaufen“ zu lassen. Größere Investments sollten in jedem Fall vorher gut überdacht werden. 

Einer Greenfield Einführung von BO sollten dagegen gründliche Vorüberlegung voraus gehen. Zwar ist der Support für BO langfristig sicher, jedoch setzt man auf ein Produkt welches in Zukunft wieder abgelöst werden muss. Es muss schon viel für BO sprechen (z.B. Funktionale Vorteile, Vorhandenes Know-how u.ä.). Ein Beispiel ist etwa die Notwendigkeit komplexe BI-Applikationen zu entwickeln. Hier hinkt die SAC noch etwas hinterher. Durch die Entwicklungsgeschwindigkeit wird sich die Lücke aber erfahrungsgemäß schnell verkleinern. In diesen Fällen kann etwa ein hybrider Ansatz gewählt werden, bei der BO nur in den Bereichen eingesetzt wird, in denen die SAC noch nicht ausreicht. 

Wie können wir Sie unterstützen?

ISR führt Business Objects Projekte bereits seit 2008 durch und verfügt über umfangreiche Erfahrung in dem Aufbau von Analytics Lösungen. Wir sind es gewohnt den technologischen Wandel partnerschaftlich gemeinsam mit unseren Kunden zu gestalten. Von BEx zu BO, BW zu BW/4 HANA genauso wie jetzt zur Analytics Cloud. 

Viele unserer Kunden fragen sich, ob die Analytics Cloud schon einsetzbar ist und möchten bewerten wie weit das Produkt sich entwickelt hat. Wir begleiten unsere Kunden auf dieser „Reise“. Häufig führen wir zunächst Workshops durch zum Einstieg in die Analytics Cloud. Teilnehmer lernen die Analytics Cloud kennen und verschaffen sich einen Eindruck. Ziel ist es, am Ende gemeinsam zu bewerten, ob der richtige Zeitpunkt zur Umstellung gekommen ist. Das Investment ist klein, die Vermittlung von Wissen ist hoch. 

Eine Entwicklung die wir am Markt auch wahrnehmen ist, dass sich viele Firmen bei Ihren BI-Lösungen neu orientieren. Wir begleiten vermehrt Auswahlverfahren von Analytics Lösungen. Als ISR sind wir nicht nur SAP Partner sondern pflegen ebenfalls intensive Partnerschaften mit IBM, Qlik & Co. Daher können wir in solchen Auswahlverfahren als neutrale „dritte“ Partei auftreten. 

SAP_Stub

KONTAKT

Matthias Stubbe
Managing Consultant
SAP Information Management
Matthias.Stubbe@isr.de
+49 151 422 06 931

Über ISR

Die ISR Information Products AG ist Ihr Experte für Analytics, Prozess-Digitalisierung und Application Management. Mit Blick auf die Bedürfnisse namhafter Kunden konzipieren, modernisieren, implementieren und betreuen ca. 200 Mitarbeiter an sechs Standorten IT-Architekturen, Software-Lösungen und IT-Infrastrukturen. Das Ziel: Unseren Kunden die wirtschaftliche Nutzung von Daten zu ermöglichen.
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