DATA WAREHOUSE CLOUD – ANBINDUNG LOKALER SYSTEME AM BEISPIEL VON SAP BW/4HANA

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Die Data Warehouse Cloud

Die Data Warehouse Cloud (DWC) kommt out-of-the-box mit der Möglichkeit, eigene Daten in Form von Flat Files hochzuladen.

Dies ist für kleinere Demoszenarien ausreichend, für eine ernsthafte Nutzung stellt sich jedoch sehr schnell die Anforderung, Daten bestehender Systeme anzubinden.

Die Anbindung eigener Systemen erfolgt über Smart Data Integration (SDI), welches integraler Bestandteil der Data Warehouse Cloud ist. Ein Data Provisioning Agent stellt dann on premise die Brücke zum SDI der DWC her.

Da die DWC als Software-as-a-Service-Lösung Tenant-basiert ist, kann jedoch nicht einfach die SDI-Komponente DWC-seitig installiert oder mit den üblichen Mitteln konfiguriert werden. Stattdessen wird seitens DWC die Möglichkeit zur Anbindung lokaler Systeme ebenfalls „as-a-Service“ angeboten, der nur noch entsprechend mit den lokalen Komponenten verbunden werden muss.

Überblick Architektur

In der technischen Architektur sieht das wie folgt aus:

Die SDI Komponente des eigenen DWC-Tenants wird als Endpunkt des lokalen Data Provisioning Agents definiert. Derzeit werden von der DWC die ABAP- und HANA-Adapter des Provisioning Agents unterstützt. Künftige DWC-Releases unterstützen ggf. weitere Adaptertypen. Mit dem ABAP- und dem HANA-Adapter ist jedoch schon jetzt der Anschluss der meisten SAP-Systeme als Quellsystem möglich, u.a. SAP BW (als ABAP-System) und HANA als Datenbank. In diesem Beispiel soll ein SAP BW/4HANA 2.0 an die DWC angebunden werden. Da wir zugrunde legen, dass das Data Warehouse als Mixed Model (BW- und HANA-Modellierungen) verwendet wird, soll das System sowohl per ABAP- als auch HANA-Adapter verbunden werden. Dadurch ist DWC-seitig eine Verbindung sowohl zu den BW-Datenmodellen (ADSOs, Composite Provider, Queries) möglich, als auch zu den HANA-Datenmodellen (Tabellen, Views, Calculation Views).

Notwendige Komponenten

Voraussetzungen

  • ein DWC Tenant steht zur Verfügung, entsprechde Spaces, Benutzer und Berechtigungen sind eingerichtet
  • on-premise steht ein SAP BW/4HANA System zur Verfügung
  • eine Netzwerkverbindung mit entsprechenden Routings und Firewall-Einstellungen erlaubt den Zugriff zwischen Cloud (DWC) und on-premise (Provisioning Agent, SAP-Quellsysteme)
  • eine lokale Maschine mit Netzwerkzugang zum BW/4HANA Quellsystem steht zur Installation des Provisioning Agents zur Verfügung. Im Folgenden nehmen wir an, dass es sich dabei um einen Linux-basierten Server handelt. Achtung: Die Installation des Provisioning Agents direkt auf dem Quellsystem (BW/4HANA System) ist technisch möglich, aber nicht empfohlen!

Notwendige Software

  • zur Installation eines lokalen Provisioning Agents muss folgende Software aus dem SAP Marketplace bezogen werden und auf der Zielmaschine für den Provisioning Agent bereitgestellt werden: HANA DP AGENT 2.0,SP04 oder neuer

Vorgehen zur Anbindung

1) Installation des Data Provisioning Agents auf einer lokalen Maschine (on-premise)

1.1 Die von SAP heruntergeladene Software entpacken und installieren.
Unter Linux typischerweise auf der Kommandozeile, d.h.:

1.2 Die Software installieren. Dies erfolgt mittels hdbinst

Ein Betriebssystem-User muss vorher für den Agent angelegt werden.

Ebenso sollte vorher feststehen, welche freien Ports für Agent Listener und Agent Administrator verwendet werden können.

Die Anleitung von SAP zur Vorbereitung, Planung und Durchführung der Installation enthält ebenfalls wichtige Hinweise zu Voraussetzungen und Vorgehen.

2) Konfiguration des Data Provisioning Agents und Anbindung an die DWC

Nach erfolgter Installation muss der Agent konfiguriert werden.

Dazu benötigen wir Informationen unseres DWC Tenants zum Endpoint, mit dem der lokale Provisioning Agent kommunizieren soll. Dazu:

2.1 In der DWC mit einem Admin-User im Bereich Datsources einen neuen Data Provisioning Agent registrieren:

Es erscheint nach Eingabe des Namens für den neuen Agenten ein Informationsfenster, welches wichtige Verbindungsinformationen für den Agent zur DWC beinhaltet:

  • Servernamen (abhängig davon wo der DWC Tenant gehostet wird)
  • Port
  • Usernamen und Passwort zur Verbindung

2.2 Der gerade installierte lokale Agent muss nun mit der DWC verbunden werden.
Dazu werden in der dpagentconfig.ini Datei des Agents die DWC-Verbindungsinformationen angegeben:

Jetzt kann der Agent gestartet werden:

Dazu wird eine neue SAP HANA connection angegeben (Option 2 im Konfigurationsmenü):

Siehe auch SAP-Hinweise.

2.3 In der DWC für diesen Agent den ABAP und HANA Adapter registrieren:
  • In der DWC den gerade angelegten Agenten bearbeiten
  • Sowohl HANA als auch ABAP Adapter auswählen

Der Provisioning Agent sollte jetzt registriert und verbunden sein:

2.4 Der gerade installierte lokale Agent muss nun mit der DWC verbunden werden:

Der registrierte Agent kommuniziert nun schon mit der DWC, jedoch muss in der DWC zuerst noch eine Verbindung zu einem konkreten Quellsystem angelegt werden und den jeweiligen Spaces als Ressource zugeordnet werden, bevor auch auf die Daten der on-premise Systeme via Agent zugegriffen werden kann.

Dazu:

  • unter „Connections“ eine neue Verbindung erstellen (Typ ABAP oder HANA)
  • Eine Namen eingeben, den gerade erstellen Provisioning Agent auswählen, und die technischen Informationen zum Quellsystem (Server, Port, User, Passwort) eingeben.

Verbindungen zum BW/4HANA (ABAP):

  • ABAP Adapter
  • Host, Instanz, Client wie in SAPGUI Verbindung angeben
  • und dann ein gültiger BW User+Passwort

 

Verbindungen zur HANA DB:

  • HANA Adapter
  • Host: hostnamen der HANA instanz angeben
  • Port: abhängig davon mit welchem DB-Tenant verbunden werden soll. Es muss der entsprechende JDBC Port aus der HANA konfiguration angegeben werden!
  • User+Passwort dann ebenfalls abhängig vom Ziel-DB-Tenant

 

Siehe auch SAP-Hinweise.

Fazit: Die Verbindung kann nun im Space genutzt werden

Die Anbindung eigener On-Premise-Systeme an die DWC ist durch Bereitstellung der Smart-Data-Integration-Komponente schnell und einfach möglich, in dem einfach ein zentraler Data Provisioning Agent on premise aufgesetzt wird.

Dieser greift dann stellvertretend auf die Quellsysteme zu und sorgt damit für eine transparente Anbindung an die DWC.

Eine individuelle Anbindung jedes einzelnen Systems ist nicht erforderlich.

Derzeit sind hier insbesondere SAP-Systeme durch die ABAP- und HANA-Adapter schnell integrierbar. Die Unterstützung weiterer Adaptertypen ist zu hoffen.

SAP_Kamp

KONTAKT

Christopher Kampmann
Senior Manager
SAP Information Management
christopher.kampmann@isr.de
+49 151 422 05 250

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